Jupp Derwall (1978-1984). „Häuptling (ondulierte) Silberlocke“
Jupp Derwall, zwischen 1970 und 1978 Assistenztrainer von Helmut Schön, wurde nach der WM 1978 als neuer Bundestrainer installiert. Ausgestatten mit etwas höherem Gehalt (rd. 100.000 EUR, dem 6-fachen Durchschnittseinkommen) als Helmut Schön, führte Derwall die Mannschaft als „Liberaler an der langen Leine“. Auch Derwalls Führungsstil spiegelte den gesellschaftlichen Wandel wider. Es war die Zeit, in der staatliche Eingriffe in den Markt auf ein Minimum reduziert werden sollten: “Laissez- Faire“(„Laufen lassen“ oder „machen lassen“) war angesagt. Dieses Motto stammt ursprünglich aus dem französischen Wirtschafts-liberalismus des 19. Jahrhunderts. Daraus hatte 1939 ein US-Amerikaner (zusammen mit einem Deutschen) eine Alternative zu den bis dahin „klassischen“ Führungsstilen“ „autoritär“ und „demokratisch“ abgeleitet. Ronald Reagan, 40. Präsident der USA, hatte bei seinem Amtsantritt im Januar 1981 den (Neo-) Wirtschaftsliberalismus in sein Regierungsprogramm übernommen und sich den Laisser-Faire-Führungsstil zu eigen gemacht. Beide „Strömungen“ schwappten“ (natürlich) auch nach Europa über.